Entstehung

Ein junges Gebiet

Die Geschichte des Bottsandes begann erst vor etwa 150 Jahren am Ende eines sich vom Schönberger Strand nach Westen auffächernden fossilen Strandwallsystems. Durch Abtrag im Küstenvorfeld und küstenparallelem Transport dieses Materials vor allem bei Stürmen im Winterhalbjahr bildete sich am Küstenvorsprung der Kolberger Heide als jüngstes Anlandungs-gebiet der erste nach SW abknickende Haken des Bottsand. Nach der verheerenden Sturmflut vom 12./13. November 1872 wuchs der Bottsand, begünstigt durch den Bau des Wendtorfer Landesschutzdeiches (1880-1882), durch die Bildung neuer Haken etwa alle 10 Jahre schnell in Richtung Südwesten. Der Bau einer Findlingsmole an der Hafeneinfahrt zur „Marina Wendtorf“ hat dieser Weiterentwicklung dann 1972 leider ein Ende gesetzt. Die durch den Nehrungshaken eingeschlossene Bottsandlagune, der 'Bodden', hat windbedingt unterschiedliche Wasserstände, bei anhaltenden Westwindlagen aber auch ausgedehnte Sand- und Schlickwattflächen. So ist in gut 150 Jahren eine natürliche, vielgestaltige Küstenlandschaft mit Dünen, Strandwällen, Trockenrasen, Salzrasen, Brachwasserröhrichten und einer großen Flachwasserlagune entstanden und erfreulicherweise auch bis heute erhalten geblieben. Ein Ausnahmefall an der heute durch Küstenschutzmaßnahmen, Tourismus und Landwirtschaft stark vom Menschen überformten schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Die Flut trägt am Bottsand immer wieder große Teile des Dünen-Gürtels ab und nimmt sie mit ins Meer.

Gesamtfläche des Naturschutzgebietes Land: 28 ha, Bodden u. Ostsee: 63 ha

Weiterentwicklung nach Westen gestoppt

Den Besucher/innen von Bottsand stellt sich das Naturschutzgebiet (rot umrandet) mit seinen heutigen 91 ha aktuell so dar, wie auf der Skizze nebenan gezeigt. Eine Weiterentwicklung des Schutzgebietes in Richtung Westen wurde durch den Bau der Hafeneinfahrt X (Siehe Skizze) zur Marina unterbrochen. Herbst- und Winterstürme aus östlicher Richtung tragen die Sedimente sowie den Sand und den Kies nicht mehr zu neuen Nehrungshaken zusammen. Das Material gelangt jetzt direkt in die Fahrrinne Hafeneinfahrt. Die von Saug-Baggern aus der Fahrrinne entnommenen Sand- und Kiesmengen werden für die umliegenden Gemeinden nun zu einem Problem.

Schnell hat sich die Vegetation auf den Bottsander Nehrunghaken bis auf einen schmalen Strandsaum ausgebreitet. Bodenbrüter wie Seeschwalbe, Sandre-genpfeifer, Austernfischer & Co., die ausschließlich junge Pionierstandorte zum Brüten aufsuchen, haben ihre Brutgebiete verlassen. Beringungsfunde in Laboe und Hohwacht belegen, dass ehemalige bodenbrü- tende Seevögel aus dem NSG 'Bottsand' in Richtung Nord/West, bzw. nach Süd/Ost abgewandert sind.

Durch das Abtragen von Vegetation auf den Nehrungshaken, ist eine 1.500 Quadratmeter große Brutfläche entstanden. Kleinere Populationen der Sandregenpfeifer, Rotschenkel, Austernfischer und Küstenseeschwalben haben sich hier bereits wieder angesiedelt.

Außerordentlich erfreulich ist es auch, dass Anfang Juni 2015 wieder über zwanzig Brutpaare von Zwergseeschwalben in der umzäunten Brutfläche gezählt wurden.

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Braunbären in der Wildnis: Bald Vergangenheit? © anzeletti / iStock

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